Der Chor

Der Amerlingchor wurde im Herbst 1991 auf Wunsch des damaligen Direktors des Amerlinggymnasiums (6. Bezirk, Wien), Hofrat Dr. Höglinger, gegründet. Die musikalische Leitung des Chors übernahm eine besonders engagierte Musiklehrerin der Schule, die ihn bis 2008 leitete. Der Chor bestand damals aus aktiven und ehemaligen Schülern sowie Lehrern. Einige der damaligen Schüler sind immer noch Mitglieder des Amerlingchors.

Das erste Konzert fand im Dezember 1991 am Todestag Wolfgang Amadeus Mozarts im Turnsaal des Amerlinggymnasiums statt. Der Chor sang drei einfache Stücke des Komponisten. Es folgten Auftritte bei Schulschlussfesten, am Tag der Offenen Tür und bei Gottesdiensten. Alljährlich veranstaltet der Amerlingchor ein Adventkonzert im Salvatorsaal der Pfarre Mariahilf.

Im Laufe der ersten fünf Jahre erarbeitete sich der Chor ein kleines Repertoire, welches ihm später ermöglicht, ein reines Chorkonzert zu singen. Zur Vorbereitung auf dieses Konzert wurde eine „Chorwoche“ in Podersdorf (Burgenland) veranstaltet. Bis heute veranstaltet der Chor diese Probenwochen. Das erste Chorkonzert fand schließlich am 29. Oktober 1997, anlässlich des 200. Geburtstages von Franz Schubert im Salvatorsaal statt.

Einen nächsten Schritt setzte der Amerlingchor bereits im darauffolgenden Jahr, als er im März 1998 seine erste CD in einem Tonstudio aufnahm. In diesem Jahr war es aufgrund der steigenden Mitgliederzahlen erstmals möglich, zwei Chorgruppen zu führen: einen Unterstufenchor (Leitung Mag. Thomas Raab) und den "Oberstufenchor", dem schon viele ehemalige SchülerInnen angehörten. Schon im Advent wurde ein gemeinsames Konzert der beiden Chorgruppen veranstaltet.

Zur Freude des Chors konnte sich das Amerlinggymnasium im Jänner 1998 beim Schulranking der Zeitschrift "News" im musischen Bereich auf dem dritten Platz der österreichischen Schulen einreihen. Im Beitrag wurde die CD des Amerlingchors speziell erwähnt.

1998 wurde während der Chorwoche damit begonnen, Werke für Chor und Orchester einzustudieren. Dies führte zum ersten Konzert des Chors in der Mariahilferkirche (6. Bezirk, Wien),  bei dem Antonio Vivaldis „Gloria“ sowie die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung kamen.

Die Tradition der Chorwoche hatte sich immer mehr etabliert, und so war 2000 Annaberg in Niederösterreich zum ersten Mal der Aufenthaltsort für die Trainingstage im Februar. Diesem blieb der Chor ohne Unterbrechung bis zum Frühjahr 2006 treu. Erstmals auf dem Programm stand ein schon lange ersehntes Projekt: Das „Requiem“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Im November 2000 führte der Amerlingchor dieses Werk bei seinem nächsten Konzert in der Mariahilferkirche auf.

Es wurde beschlossen, zum zehnjährigen Jubiläum des Chores ein Konzert mit reiner Chormusik zu veranstalten, und sich gleichzeitig zum ersten Mal in diesen 10 Jahren an ein großes Werk von Johann Sebastian Bach zu wagen. Die Chortage 2001 und 2002 dienten dem Studium der Bach-Motette "Jesu, meine Freude", welche gemeinsam mit kleineren Werken von Heinrich Schütz, Antonio Vivaldi und Wolfgang Amadeus Mozart zum Jubiläumskonzert - abermals in der Mariahilferkirche - aufgeführt wurden.

Nachdem sich der Chor in den vorangegangen Jahren stark auf die Aufführung geistlicher Musik konzentriert hatte, wurde im Jahr 2004 das Programm für ein Konzert mit rein weltlichem Inhalt einstudiert. Im November 2004 wurde dieses Programm, welches aus Stücken von der Renaissance bis hin zu Romantik bestand, im wunderschönen Rahmen des Palais Eschenbach aufgeführt. Im darauffolgenden Jahr gab der Amerlingchor zusätzlich zum traditionellen Adventkonzert im Salvatorsaal am 19. Dezember 2005 noch ein weiteres weihnachtliches Konzert in den prunkvollen Räumlichkeiten des Liechtensteinmuseums in Wien.

Seinen Beitrag zum "Mozartjahr" 2006 leistete der Amerlingchor gleich mit drei Konzerten: Anfang Mai veranstalte er einen Abend mit einer Sammlung heiterer Stücke des Komponisten, und im Herbst gelangte bereits zum zweiten Mal in der Geschichte des Chors Mozarts Requiem in zwei Konzerten zur Aufführung. Erst in der Mariahilferkirche und eine Woche später, zur Todesstunde Mozarts in der Nacht auf den 5. Dezember, im berühmten Stephansdom.

Nachdem im Sommer 2008 nach achtzehn Jahren die Leitung des Amerlingchors abgegeben wurde, musste sich der Chor neu organisieren. Im Oktober 2009 wurden ChorleiterInnen-Castings abgehalten, bei denen die BewerberInnen jeweils eine knappe Stunde mit dem Chor probieren konnten. In einer demokratischen Abstimmung aller Chormitglieder wurde danach der vom Chor favorisierte Kandidat bestimmt. Von Ende Oktober 2009 bis ins Frühjahr 2014 wurde der Amerlingchor von Giuseppe Montesano geleitet.

Unter der Leitung Giuseppe Montesanos wurde von Anfang an die Probenarbeit intensiviert. Trotz knapper Vorbereitungszeit wurde schon nach wenigen Wochen ein gemeinsames Adventkonzert mit IncantoVocale und dem Vet.Med.Chor Wien aufgeführt. Zu Beginn des Jahres 2010 wurde damit begonnen ein neues, vielfältiges Repertoire einzustudieren. Den ersten Vorgeschmack darauf bekamen die Fans des Amerlingchors im März, als der Chor zu einem größeren, von Giuseppe Montesano dirigierten Konzert in der Peterskirche gemeinsam mit dem Vet.Med.Chor drei Stücke von W.A. Mozart beisteuerten. Diese wurden von den Streichern des Freien Studentenorchester Wien begleitet.

Die selben drei Stücke wurden in gleicher Besetzung im Rahmen eines von Amerlingchor und Vet.Med.Chor gemeinsam gestalteten Frühlingskonzertes in der Mariahilfer Pfarrkirche noch einmal dargeboten. Zusätzlich gaben beide Chöre Auszüge ihres A-cappella-Repertoires zum Besten.

Im Juni veranstaltete der Amerlingchor im Salvatorsaal sein Saisonabschlusskonzert, dessen Programm zur Gänze aus den in dieser Saison einstudierten A-cappella-Stücken bestand und den Namen „A tu lado“ trug.

Im Herbst 2010 begann die bisher umfangreichste Saison des Amerlingchors. Durch die Erfolge des Vorjahres und das Engagement des neuen Chorleiters auf die doppelte Mitgliederanzahl angewachsen, konnte der Chor nun anspruchsvollere Projekte in Angriff nehmen. Nach dem traditionellen Weihnachtskonzert folgte im April 2011 mit dem Frühlingskonzert „Hamba Lulu“ die Aufführung der neu einstudierten Stücke aus dem A-cappella-Repertoire.

Ende Mai trat der Amerlingchor zum ersten Mal eine Auslandsreise an. Der Chor besuchte den befreundeten Chor des Insituts für Musikwissenschaft der Universität Athen. Gemeinsam wurde das Requiem von W.A. Mozart unter der Leitung von Nikos Maliaras aufgeführt. Außerdem wurde ein gemeinsames A-cappella-Konzert veranstaltet, bei dem jeder Chor sein Repertoire vorstellte und auch einige Werke gemeinsam darbot.

Zwei Wochen später führte der Amerlingchor mit Unterstützung des Vet.Med.Chors Wien und der orchestralen Begleitung des Akademischen Orchestervereins in Wien Mozarts Requiem auch in Wien auf. Die Solisten bei diesen beiden Konzerten in der Johann-Nepomuk-Kirche und der Aula der Wissenschaften waren Judith Halász (Sopran), Magdalena Anna Hofmann (Alt), Alexander Kaimbacher (Tenor) und Alexander Puhrer (Bass). Die beiden ausverkauften Konzerte waren die erfolgreichsten in der Geschichte des Amerlingchors.

Der Beginn seiner 20. Saison führte den Amerlingchor im Herbst 2011 erstmals für ein Konzert in Österreich aus Wien heraus: Ende November nahm der Chor mit einem Kurzprogramm bem internationalen Adventsingen im Stift Melk Teil. Das traditionelle Winterkonzert in Wien durfte natürlich dennoch nicht fehlen – diesmal in der Pfarrkirche St. Ulrich. Zusätzlich steuerte ein kleines Ensemble des Chors vier Weihnachtslieder zum Science Brunch mit dem Thema „Weihnachten und Feste anderer Religionen“ in der Aula der Wissenschaften bei. Danach begann die Probenarbeit am neuen A-cappella-Repertoire. Bei einer Chorreise nach Italien konnte dieses bei zwei Konzerten in Turin und Mailand getestet werden, bevor es im Juni 2012 zum krönenden Abschluss der Saison im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses zur Aufführung gelangte.

Sein drittes Jahrzehnt eröffnete der Chor im Dezember 2012 mit dem Barockkonzert "Sacred Music for Queen Mary" in der Aula der Wissenschaften, bei dem Werke von Purcell, Bennet und Byrd zur Aufführung gelangten. Im Mai 2013 folgte eine Chorreise nach Irland mit der Teilnahme am Cork International Choral Festival. Im Dezember veranstaltete der Chor gemeinsam mit Voci Nuove aus Irland das Konzert "Wie der Hirsch schreit" mit Werken von Mendelssohn, Mozart und anderen. Bei der Teilnahme an Slovakia Cantat in Bratislava im Frühjahr 2014 gewann der Amerlingchor ein Silver Band.

Seit Herbst 2014 wird der Amerlingchor von Julia Czepiel geleitet.